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Momentaufnahmen auf den Straßen von Greifswald

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Hörst du das Geschrei der Laternen nicht?

Vielleicht hast du sie schon mal bemerkt, vielleicht auch nicht – die Sticker, die auf Laternen geklebt werden. Sie dienen dazu, Meinungen zu äußern und auf politische Aktionen hinzuweisen. Wir sind auf die Straße gegangen und haben die Menschen gefragt, was ihre Meinung zu diesen alltäglichen Botschaften ist.

Von Lydia Möws und Nicole Hoffmann

Als wir auf den Straßen von Greifswald unterwegs waren, fragten wir die Leute nach ihrer Meinung zu dem Thema: „Sticker auf Laternen“. Die häufigsten Antworten darauf waren wohl: „Ach, wisst ihr, eigentlich achte ich nicht so darauf!“ oder „Eine wirkliche Meinung dazu habe ich nicht, denn mit diesem Thema habe ich mich noch nie auseinandergesetzt.“ Ein paar Witzbolde behaupteten sogar, dass sie gar nicht aus Greifswald kämen. Auf die Aussage, dass man diese Erscheinung in jeder Stadt beobachten könne, reagierten sie nicht.

Eine Passantin äußerte folgende Meinung: „Ich finde es schrecklich, dass damit fremdes Eigentum beschädigt wird. Die meisten öffentlichen Bilder von Caspar David Friedrich wurden damit verunstaltet. Man kann seine Meinung auch anders äußern.“ Andere erzählten uns Sachen wie: „Es sieht einfach unattraktiv aus. Damit beschäftige ich mich dann mehr, als mit der Tatsache, was da eigentlich steht.“ Nur wenige sahen ein paar positive Aspekte und hatten nichts dagegen (solange ihr Eigentum dabei nicht beschädigt wurde).

Aus diesen Aussagen verschiedener Befragten, bildet sich unser Fazit, dass es den meisten ziemlich egal ist, was da steht und sie sich lediglich darüber aufregen, dass fremdes Eigentum „beschmutzt“ wird.

 Wir haben also gemerkt: Die meisten Menschen mögen die Aufkleber nicht. Doch in unseren eigenen Gedanken kamen wir auf andere Schlüsse, welche wir an dieser Stelle nochmal auf besondere Weise, in Form eines Zitates und einer kleinen Erzählung, darstellen wollen:

Wie oft ist man schon dieselben Straßen entlang gegangen. Und nie hat man gehört, was die Straßenlaternen einem erzählen.

Was machst du, wenn du auf der Straße langgehst? Lässt  deinen Blick schweifen, bleibst an ein paar merkwürdigen Gesichtern hängen, gehst weiter. Vielleicht streifst du sogar eine Straßenlaterne oder wartest an einer Ampel, doch beachten würdest du sie nie.

Aber hast du schon mal drüber nachgedacht, wie eigentlich kleine, scheinbar unbedeutende Menschen ihre Meinung zu der Politik verbreiten? Wenn sie keine monströsen Plakate an irgendwas klatschen wollen (und dann am besten noch im Abstand von 10 Metern…), sondern lieber diese unscheinbare Art behalten wollen? Sie suchen sich Straßenlaternen, welche überall zu finden sind, und doch ständig übersehen werden.

Und dabei  tun sie genau das, was sie am besten können: Kleine, aber durchaus bedeutende, Dinge verbreiten, an Orten, wo nicht jeder Mensch sofort hinschaut.


Dieser Beitrag wurde zum einen verfasst von Nicole Hoffmann. Sie ist 15 Jahre alt, kommt aus Rostock und geht in die 9. Klasse. Lydia Möws ist 14 Jahre alt, wohnt ebenfalls im schönen Mecklenburg-Vorpommern und geht in die 8. Klasse.

Lydia Möws • 28. März 2015


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Kommentare

  1. Erik 30. März 2015 - 15:17

    Schöner Beitrag!

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